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Bernard Goldstein:

Bernard GoldsteinBernard Goldstein wurde 1889 in Schedltze bei Warschau geboren. Schon früh schloß er sich der revolutionären Bewegung, die in Osteuropa an Stärke gewann, an. Im Alter von 13 Jahren begann er, verbotene revolutionäre Literatur zu lesen und Veranstaltungen illegaler Jugendgruppen zu besuchen. Im Mai 1905 wurde er auf einer Veranstaltung des "Bundes", einer damals noch jungen jüdisch-sozialistischen Partei, zusammen mit 400 anderen Teilnehmern verhaftet. Goldstein schloß sich dem "Bund" an und verließ sein Heimatdorf, um nach Warschau zu gehen und sich aktiv an der antizionistischen Agitation zu beteiligen. Als Vertreter der streikenden Pelzarbeiter wurde er erneut verhaftet.
Auch während des Rückgangs der revolutionären Bewegung nach dem verfehlten Aufstand von 1905 ließ Bernard Goldstein in seiner politischen Aktivität nicht nach. Er organisierte gewerkschaftliche Arbeitergruppen und wurde schließlich wegen Aufwiegelung zu einem Streik verhaftet und verbannt. Nach seiner Flucht kehrte er nach Warschau zurück. Im Jahre 1914 B die revolutionäre Bewegung war wieder im Anwachsen B war Goldstein einer der beiden Delegierten des "Bundes", die zu dem geplanten sozialistischen Kongreß nach Wien gehen sollten. Der Ausbruch des Krieges vereitelte jedoch diese Zusammenkunft.
Bei einer geheimen Sitzung der Gewerkschaftsführer in Warschau wurde Bernard Goldstein ein Jahr später abermals verhaftet und nach Moskau gebracht. Es gelang ihm zunächst, nach Kiew zu fliehen, er wurde jedoch erneut gefaßt und nach Sibirien verbannt. Durch die Russische Revolution aus der Verbannung befreit, kehrte er nach Kiew zurück und meldete sich freiwillig zur Armee für die Verteidigung der jungen Revolution. Er wurde in den ukrainischen Sowjet gewählt und organisierte eine Miliz der jüdischen Arbeiter, die aktiv am Umsturz der reaktionären Regierung des Hetmans Skoropadsky beteiligt war.
Im Jahre 1919 kehrte Goldstein nach Warschau zurück. Er wurde in den Vorstand des "Bundes" und den Exekutivausschuß der Gewerkschaftsföderation gewählt. In den folgenden Jahren machten die immer bedrohlicher werdenden Angriffe der Antisemiten es nötig, besondere Gruppen zum Schutz von Demonstrationen und Veranstaltungen zu bilden, deren Leitung Goldstein übernahm. Durch die Machtergreifung Hitlers in Deutschland verschärfte sich der Antisemitismus in Polen noch. Zunehmend mußte die Miliz des "Bundes" den Kampf mit den faschistischen Pogrombanden aufnehmen, damit die Juden diesen nicht völlig hilflos ausgeliefert waren.
In den Jahren der deutschen Besatzung bestand die Hauptaufgabe Goldsteins in der Leitung der Untergrund-Miliz und der Herausgabe der illegalen Zeitung des "Bundes". Während der Tage des Aufstands befand sich Goldstein als führendes Mitglied der Jüdischen Kampforganisation außerhalb des Ghettos, um die Verbindung mit der polnischen Untergrundbewegung aufrechtzuerhalten und Waffenlieferungen zu organisieren. Nach dem Kriege emigrierte er nach Amerika.


Bei Ahriman erschienen:
"Die Sterne sind Zeugen" – Der bewaffnete Aufstand im Warschauer Ghetto



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