weiter zurück

Jens Tevres

Hände weg von Nordkorea!

Jens Tevres - Hände weg von Nordkorea!
62 S., EUR 6,80

ISBN: 978-3-89484-823-1
1. Auflage 2013
(Zuerst erschienen in der Zeitschrift Ketzerbriefe 115, 2003)

Um zu bestellen, klicken Sie hier
Die Versandkosten stehen hier


Inhalt
  • Vorwort zur Neuauflage
  • Vorbemerkung
  • I. Teil: Südkorea – aktuelle Situation und historischer Hintergrund
    der antiamerikanischen Protestbewegung
    • Südkorea vor dem Koreakrieg
    • Der Koreakrieg
    • Südkorea nach dem Koreakrieg
    • Das Kwangju Massaker
  • II. Teil: Nordkoreas Erdrosselung – Das verschwiegene Verbrechen
    • Die Entstehung der Demokratischen Volksrepublik Korea
    • Wiederaufbau des Landes nach dem Koreakrieg
    • Energieversorgung und »geheimes Atomwaffenprogramm«

Neben einer historischen Analyse der Geschichte Süd- und Nordkoreas seit dem 2. Weltkrieg und einer ausführlichen Darstellung der US-amerikanischen Kriegsverbrechen im Koreakrieg (unter Einsatz von chemischen und – kaum bekannt – auch biologischen Waffen) enthält die Schrift eine Darstellung der aktuellen Situation Nordkoreas. Es wird gezeigt, wie die USA seit Jahren versuchen, eine der letzten nicht gleichgeschalteten Inseln der Welt mittels Wirtschaftsblockade, militärischer Bedrohung, gebrochener Verträge und als Folge hiervon Energiemangel und Aushungerung zum Kollaps zu zwingen. In diesem Zusammenhang werden die vermeintlichen Gefahren durch Nordkoreas Atomwaffenprogramm als reine propagandistische Begleitmusik der Ausblutung des Landes entlarvt.




»Jens Tevres' Schrift ›Hände weg von Nordkorea!‹ rückt einige weniger bekannte Hintergründe des momentanen Konflikts zwischen USA und Nordkorea in den Blickpunkt. Einen Großteil des Heftes nimmt die Darstellung der getrennt verlaufenen Geschichte Koreas nach der von außen aufgezwungenen Teilung des Landes 1945 ein. Man erfährt hier z.B. von der bis heute verfolgten Unabhängigkeitsbewegung in Südkorea, die sich seit der Teilung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg für eine Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel und den Abzug der USA einsetzt. Ausführlich wird die Vorgeschichte und der Verlauf des Koreakrieges geschildert, in dessen Verlauf Nordkorea von den UN-Truppen unter US-amerikanischer Führung flächendeckend zerstört wurde. Dabei wurden sowohl konventionelle als auch chemische und bakteriologische Massenvernichtungswaffen eingesetzt. Tevres verzichtet zwar in seiner Argumentation auf Details, verweist aber auf zahlreiche Quellen und Zitate, so dass alle Aussagen überprüfbar sind, ohne dass der Leser in Einzelheiten ertrinkt.
    Im aktuellen Teil geht es um die Hintergründe des Atomstreits sowie des angeblichen Atomwaffenprogramms Nordkoreas. Im Gegensatz zur offiziellen Darstellung hat Nordkorea die zuvor stillgelegten Atomreaktoren nicht völlig überraschend und ohne Vorwarnung wieder in Betrieb genommen. Vielmehr verletzten die USA einen Vertrag von 1994, in dem sich die USA zu Energielieferungen an Nordkorea als Ersatz für das Einfrieren der Reaktoren verpflichtet hatten. Erst als Nordkorea durch den sich verschärfenden Energiemangel zu kollabieren drohte und mit unmissverständlichen US-Angriffsdrohungen konfrontiert war, wie z.B. der Ankündigung militärischer ›Präventivschläge‹, fuhr das Land seine Reaktoren wieder hoch. In diesem Zusammenhang ist besonders die ausführliche Chronologie des Konflikts lobenswert, die sich zumeist auf westliche Quellen stützt und daher einen unvoreingenommenen Eindruck vermittelt.
    Insgesamt eine gelungene Ergänzung zur offiziellen Lesart des Koreakonflikts – sehr empfehlenswert, um sich ein eigenes Bild zu machen.«




»[...] Das Positive an der Tevres-Schrift: Sie verweigert sich mit aller Konsequenz den von meinungsdominierenden Medien geprägten Klischees vom ›Schurkenstaat‹.«

Neues Deutschland, 17.10.2003



»[...] Der Aufsatz überzeugt, weil er den Hergang wiedergibt und eigene Urteilsbildung anhand von Zitaten und Verweisen gestattet. [...]«.

Thomas Immanuel Steinberg in seiner Rezension



»[...] Steht dem stolzen Nordkorea die Kapitulation durch Aushungerung bevor (wie Hitler es beinahe mit Leningrad erreicht hatte), oder ein Krieg – ›ein Angriff auf eine der letzten nicht auf US-Linie gleichgeschalteten und unter ihren monoimperialistischen Stiefel gezwungenen Inseln der Welt‹ (S. 47)?
   Man sieht es immer wieder: die Erde wird zurzeit von amerikanischen, kapitalistischen Gangsterbossen beherrscht. ›Quousque tandem ...‹ – Wie lange noch? [...]
   Um die Ursachen des heutigen Zustandes Nordkoreas und der aggressiven amerikanischen Politik Nordkorea gegenüber zu verstehen, eignet sich die einzige in unseren Breiten erscheinende Aufklärung in der Nummer 115 der ›Ketzerbriefe‹. [...]«

Zeitung vum Letzebuerger Vollek, 14.8.2003




Vorwort zur Neuauflage

Eine Neuauflage dieses Büchleins gerade in diesen Tagen, in denen die weltweit gleichgeschaltete Hetze gegen Nordkorea ihrem Höhepunkt zustrebt und niemand weiß, ob dieser Staat bei ihrem Erscheinen nicht schon von seinen vieltausendfach überlegenen Feinden vernichtet sein wird, bedarf kaum einer Begründung – selbst wenn er nicht unbedingt von Engeln oder Weisen regiert sein sollte. Unsere Medien schreien: Kim Jong-un will die armen, armen USA mit Atomwaffen angreifen! Und viele Dummköpfe fressen sogar diese Absurdität.
    Wahr ist: Nachdem sich Obama, kurz nachdem ihm seine Kreaturen bald nach Amtsantritt den »Friedensnobelpreis« zu Füßen gelegt hatten, feierlich und offen die Lizenz zum Ersteinsatz von Atomwaffen ausgestellt hat, läßt er jetzt die Propagandaorgane seines Imperiums darüber kreischen, wenn sich ein anderer, von ihm schon lange vital bedrohter Staatschef die gleiche Lizenz erteilt. Darin erschöpft sich der wahre Kern der Propagandaformel.
    Nur: die USA können ihre Waffen einschließlich der bekanntlich ausschließlich von ihnen – militärisch gänzlich überflüssig, aber zur Abschreckung der Sowjetunion sinnvoll – eingesetzten Atombomben nur zu Eroberung und Angriff einsetzen, nie zur Verteidigung, aus dem einfachen Grund, weil es keinen Staat der Welt mehr gibt, der ihr Imperium, gar ihr Kernland mit Aussicht auf Erfolg angreifen könnte (am wenigsten ein verwundeter und strangulierter Zwerg wie Nordkorea).
    Was Kim Jong-un aber sagen will, ist das: Stellt ein Nachbarland sein Territorium als Aufmarschfläche für Euren Angriff auf mein Land zur Verfügung, so wie etwa Saudi-Arabien, hyperdemokratisch wie es ist, das seinige, dann muß es bei Vernichtung der Freiheit meines Volkes mit seiner eigenen Vernichtung rechnen – für die Freiheit sind wir bereit, zu sterben. Nur schade, daß wir Euch selbst, die eigentlichen Mörder, aufgrund unserer Schwäche nicht erreichen können!
    Ja, das ist wirklich schade – und, wie das lange »Gleichgewicht des Schreckens« bewiesen hat, auch saugut für den Frieden – und für Wohlstand und Freiheit obendrein.
    Und nun zu den Hintergründen.

Fritz Erik Hoevels, April 2013




Vorbemerkung

Im Schatten des Kolonialkrieges gegen den Irak, bei dem dessen Regierung, Armee und Bevölkerung den US-Invasoren und ihrem britischen Anhängsel außerordentlich tapferen und erfreulicherweise unerwartet ausdauernden Widerstand leistete, wird das nächste Verbrechen der USA nicht nur vorbereitet, sondern ist längst in vollem Gange: die geplante Vernichtung Nordkoreas.
    Vielleicht hat der ausdauernde Widerstand der Iraker den Nordkoreanern eine Art Atempause verschafft, den nächsten Militärschlag der – weniger tollwütigen als vielmehr kaltblütig und rücksichtslos jedes tatsächlich noch unabhängige und souveräne Land austilgen wollenden – US-Amerikaner verzögert. Aber unabhängig davon, ob und wann ein militärischer Angriff auf Nordkorea stattfinden wird, laufen die Vorbereitungen für die Zerstörung einer der letzten nicht gleichgeschalteten Inseln der Welt auf Hochtouren. Wie dies im einzelnen geschieht, mittels Wirtschaftsblockade, militärischer Bedrohung, gebrochener Verträge und als Folge von alledem den Versuch der Aushungerung, wird im folgenden ausführlich vorgeführt.
    Da man die Geschichte und Gegenwart Nordkoreas nur aus dem welthistorischen Kontext verstehen kann und sie zudem eng mit derjenigen Südkoreas verknüpft ist, wird der Analyse der aktuellen Situation Nordkoreas zunächst eine Darstellung der südkoreanischen Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des Koreakrieges, aber auch der aktuellen Situation in Südkorea vorangestellt, wobei insbesondere die starke, hierzulande weitgehend verschwiegene antiamerikanische Protestbewegung und ihre Wurzeln von Interesse sind.
    Einzelne Überschneidungen zwischen den beiden Artikeln, insbesondere bezüglich des Koreakrieges und der Entstehung des geteilten Koreas, ließen sich nicht vermeiden und wurden belassen, da nur so die jeweilige Entwicklung der beiden Landesteile verständlich wird.
    Es sei dem Leser überlassen, die folgenden Darstellungen einmal in Ruhe mit dem Informationsvakuum oder Propagandadreck, den er sonst zur koreanischen Geschichte und Gegenwart im deutschsprachigen Schrifttum, in Schule oder Glotze mitgeteilt bekommt, zu vergleichen und zu beurteilen.

Jens Tevres, Juli 2003





AHRIMAN-Verlag GmbH
Postfach 6569, D-79041 Freiburg
Stübeweg 60, D-79108 Freiburg
Telefon +49-(0)761-502303
Telefax +49-(0)761-502247
Impressum
AGBs