weiter zurück

Reihe: Umbrae Poetarum Nr. 3

Peter Priskil

Der unbekannte Mark Twain

Schriften gegen den Imperialismus

Peter Priskil: Der unbekannte Mark Twain Über den Autor

kartoniert, 212 S.
Format 20 x 26 cm
EUR 24,80
ISBN: 978-3-89484-902-3
1. Auflage 2014

Um zu bestellen, klicken Sie hier
Die Versandkosten stehen hier

Die in diesem Band versammelten Essays von Mark Twain finden sich in kaum einer Gesamtausgabe seiner Werke und sind auch sonst nur mit größter Mühe und viel Spürsinn aufzustöbern. Bei der Lektüre wird schnell klar, warum: Der glänzende Satiriker begegnet dem Leser hier als unbeugsamer Feind jeglichen Unrechts. Er geißelt die Kriegsverbrechen der aufstrebenden imperialistischen Macht USA in China und auf den Philippinen, zieht die scheußlichen Lynchmorde an Schwarzen in den Vereinigten Staaten ans Tageslicht und zeichnet lebensechte Porträts zweier veritabler Massenmörder seiner Zeit, des russischen Zaren Nikolaus II. und des belgischen Königs Leopold II. Während ein verkommener Zeitgeist den Schriftsteller mittlerweile als »Rassisten« verleumdet, seine Werke aus den Bibliotheken entfernt oder nur sorgfältig verstümmelt nachdruckt, tritt hier der echte, aufgrund medialer Verdrängungsarbeit aber bislang unbekannte Mark Twain wieder in Erscheinung.


Inhalt
  • Editorische Notiz
  • Das Kriegsgebet
  • An den, der da sitzt in der Finsternis
  • An die Herren von der Mission,
    die mich kritisiert haben
  • Die Vereinigten Lyncherstaaten
  • Eine Rechtfertigung General Funstons
  • Die Moro-»Schlacht«
  • König Leopolds Selbstgespräch
  • Das Selbstgespräch des Zaren
  • Nachwort
    Der unbekannte Mark Twain
  • Literatur



Editorische Notiz

Zum Titel: Hätte es die DDR nicht gegeben, würde es auch das vorliegende Buch nicht geben. Im Zuge von Recherchen über die Ermordung von Patrice Lumumba stieß der Herausgeber dieses Bandes auf ein brüchiges, fast schon zerfallenes Bändchen mit den politischen Essays von Mark Twain, die sich in keiner Gesamtausgabe des »freien Westens« finden; eine vom DDR-Schriftsteller Stefan Heym besorgte und übersetzte Ausgabe von ›König Leopolds Selbstgespräch‹ würde geradezu bibliophilen Wert besitzen, wäre der Antikommunismus nicht herrschende Ideologie auch Jahrzehnte nach dem kläglichen Untergang der Sowjetunion geblieben. Man mag daran ermessen, wie dünn der Faden der Überlieferung ist und wie leicht er reißen kann. Und man mag vielleicht erahnen, wie viele Werke von Menschheitsinteresse im Mahlstrom der globalen Gleichschaltung in der konkurrenzlos US-regierten One World für immer verlorengegangen sind.
     Auf eine kleine Insel im Meer des kollektiven, gewaltinduzierten Vergessens sei hier indessen hingewiesen: Der Schauspieler Peter Sodann hat in einer einzigartigen Initiative Hunderttausende von Büchern der DDR vor sicherer Vernichtung und Verrottung bewahrt. Nach langen Irrwegen sowie einem immensen Aufwand an Geld und Zeit hat die nach ihm benannte Bibliothek eine hoffentlich stabile Bleibe gefunden: im sächsischen Staucha, mit der Postleitzahl 01594 ein paar Kilometer südlich von Riesa gelegen, Thomas-Müntzer-Platz 8. Die Bibliothek ist für die Öffentlichkeit zugänglich (nähere Informationen unter www.psb-staucha.de). Wenn aber ein Einzelner dies vermag: Was könnte dann ein Staat bewirken, ein Minimum an gutem Willen vorausgesetzt? Dieser Staat aber steht in der juristischen Nachfolge Hitlers und unter Uncle Sam’s Kuratel: keine Chance also.
     Vielleicht vermitteln diese schon fast verschollenen, nun wieder ans Licht gebrachten Texte von Mark Twain aber auch dieses: daß man kein Knecht sein muß.

Freiburg, im Januar 2014

Peter Priskil





AHRIMAN-Verlag GmbH
Postfach 6569, D-79041 Freiburg
Stübeweg 60, D-79108 Freiburg
Telefon +49-(0)761-502303
Telefax +49-(0)761-502247
Impressum
AGBs