Dni Ateizmu – Tage des Atheismus in Warschau 2015


Auch dieses Jahr nahmen wir wieder am internationalen Atheistenkongreß teil, der vom 27. bis 29. März 2015 in Warschau stattfand. Die schriftliche Fassung der dort gehaltenen Vorträge unserer beiden Vertreter Dr. Ulrike Tietze und Dr. Mirjam Stolz sind im Anhang dokumentiert. Leider hat sich aber im Vergleich zu letztem Jahr (siehe den Bericht von 2014) der Charakter der Konferenz sehr zum Schlechteren gewandelt. Einerseits fand der Hauptteil des Kongresses im polnischen Parlament Sejm statt, wo für alle Teilnehmer eine vorherige Registrierung via Internet gefordert und damit praktisch die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Zudem war das Publikum durch einen derart dicht gedrängten Zeitplan und damit scheingerechtfertigter »zeitbedingter« Unterdrückung der Diskussionen nach den Vorträgen weitgehend ausgeschaltet worden, und die Veranstaltungen fanden außerdem an verschiedenen Orten der polnischen Hauptstadt statt, was zu hektischen Lokalwechseln führte und alles zusammengenommen die Teilnehmer vor allem ermüdete und erschöpfte und einen ruhigen Austausch verhindern sollte. Die polnischen Atheisten haben also in der Zwischenzeit von ihren westlichen Kollegen gelernt, die – wie z.B. in unserem Bericht zum Atheistenkongreß in Valencia (KB 187) nachzulesen – ihre Metamorphose zu Staatsatheisten praktisch abgeschlossen haben.

Auch im diesem Jahr war der »Atheisten-Marsch« durch die Warschauer Innenstadt, der Gedenkzug zur Erinnerung an die Ermordung des polnischen Märtyrers Kazimierz Łyszczyński durch kirchliche Schergen im Jahre 1689, ein Höhepunkt der Kongreßtage. Bei dieser Demonstration waren wir mit zwei Transparenten beteiligt; eines war dem saudi-arabischen Blogger Raif Badawi gewidmet, der für sein mutiges Eintreten für Meinungsfreiheit und religiöse Toleranz in dem superekelhaften und von den USA verhätschelten saudi-arabischen Scheichtum zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt wurde.

 

Die polnische Parole auf dem Banner lautet: »Freiheit und Ehre für den Märtyrer der Vernunft – 10.000 Peitschenhiebe für den Saudi-König und Lebenslang dazu!«. Unser zweites Transparent war dem polnischen Filmemacher Roman Polanski gewidmet, der wieder von den verabscheuungswürdigen US-Behörden und deren willigen Vollstreckern, diesmal in Krakau, gejagt wird.

Als ein praktisches Ergebnis unterzeichneten die allermeisten Kongreßteilnehmer unsere hier ebenfalls dokumentierte Resolution gegen die gegenwärtige Zerstörung des spanischen Abtreibungsgesetzes (wir berichteten in den KETZERBRIEFEN Nr. 188 u. 192).


 Rede von Dr. Ulrike Tietze
 Rede von Dr. Mirjam Stolz
 Protestbrief



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